Gilching – In der Halbzeitpause appellierte Klaus Schmid an das Ehrgefühl seiner Spieler. „Ich habe sie gefragt, ob sie überhaupt noch Lust haben“, verriet der Handballtrainer des TSV Gilching. Bis dato hatten die Falken eine desaströse Vorstellung beim TSV Sonthofen abgeliefert und lagen fast aussichtslos mit 7:16 hinten. Während der Coach für den Auftritt seiner Mannen nur den Begriff „hanebüchen“ übrig hatte, fielen die Kommentare der mitgereisten Fans deftiger aus. Mancher wähnte das Team im Delirium. Auch wenn sich der Tabellendritte der Bezirksoberliga nach der Pause eines Besseren besann, die 20:26-Pleite war nicht mehr zu verhindern.

Die dritte Saisonniederlage ließ die Aufstiegsträume des TSV endgültig platzen. „Mit so einer Leistung brauche ich mir um die Meisterschaft keine Gedanken zu machen“, sagte Schmidt. Nach Lage der Dinge hat Gilching momentan nicht einmal eine Mannschaft, die diesen Namen verdient. Die Kluft zwischen den Balkan-Importen Uros Bojanic, Toni Skember sowie Nicola Dujmovic und dem übrigen Team wird größer. Bojanic klagte dieses Mal über Knieprobleme, was aber nicht als Grund für zahlreiche Fehlwürfe angesehen werden kann. Skember vergeigte in der Schlussphase beim Stand von 20:23 einen wichtigen Siebenmeter in aufreizend lässiger Manier. Und Dujmovic findet während des Spiels meist nur auf der Bank statt.

Es wäre jedoch ungerecht, allein das Trio für die Misere verantwortlich zu machen, auch wenn es die ihm zugedachte Führungsrolle nicht einnimmt. Auch von den eingefleischten Gilchingern erwartete Schmid vergeblich das nötige Aufbäumen. Nur Keeper Peter Vogel, der mit seinen Paraden das Team in der zweiten Hälfte im Spiel hielt, und Maximilian Stöckl, auf den in der Defensive Verlass war, ragten aus einem Ensemble heraus, dem Motivation und Einstellung deutlich fehlten. „Plötzlich geht es nicht mehr“, wunderte sich Schmid. Warum? Eine Antwort hat der Trainer noch nicht gefunden.  hch

Tore: Biechteler 6, Skember 6/2, Bojanic 3, Bischoff 2, Aust 1, Dujmovic 1, Knör 1