Gilching – Klaus Schmid wollte nicht klagen, obwohl er allen Grund dazu hatte. Ohne die verletzten Sebastian Mende und Florian Hintz, den erkrankten Peter Vogel und den privat verhinderten Felix Kraisy fehlte dem Gilchinger Handballtrainer in Kempten eine halbe Mannschaft. Als während des Spiels Nikola Dujmovic noch einen abbekam und aufgeben musste, waren die Falken nur noch zu acht. Gemessen daran hielt sich die 27:39 (12:22)-Niederlage beim Tabellenzweiten der Bezirksoberliga noch in Grenzen.

Natürlich hätte die Partie im Allgäu auch anders verlaufen können. Vor allem in der Anfangsphase kassierte der TSV bei fast jedem gegnerischen Angriff einen Treffer. Schmid nahm nach sieben Minuten eine Auszeit und schaffte es, zumindest die zweite Welle des Gegners zu unterbinden. Aber allein damit war die Torflut, die über sein Team hereinbrach, nicht zu stoppen. Viel zu oft verteidigten die Gilchinger zu naiv gegen den Titelaspiranten, der die Gastgeschenke dankbar annahm.

Es war nicht allein die Defensive, die dem Trainer Kopfzerbrechen bereitete. Im Angriff wurden zahlreiche Bälle leichtfertig verworfen. Selbst als Schmid seine Spieler noch einmal darauf hinwies, dass der gegnerische Keeper nicht zu den Größten seiner Zunft zählt, probierten es seine Akteure weiterhin mit Bällen flach ins Eck. Immerhin funktionierte nach dem Seitenwechsel das Überzahlspiel, aus dem einige Tore resultierten. Die meisten konnte Toni Skember auf sich vereinnahmen. Der Bosnier traf insgesamt zehnmal ins Schwarze und verdiente sich ein Extra-Kompliment seines Übungsleiters: „Er kämpft.“

Skembers Einsatz allein reichte nicht aus, um die fünfte Niederlage in Folge zu verhindern. Trotz der Negativserie bleibt der TSV Vierter in der Tabelle. Bei 19:15 Punkten kann fünf Spiele vor dem Saisonende nicht mehr allzu viel kaputt gehen.  hch

Torschützen: Skember 10/2, Bojanic 8, Biechteler 4, Knör 2, Dujmovic 2, Stöckl 1