Gilching – Zur Halbzeit sah alles danach aus, als würden die Gilchinger Handballer ihre Pflichtaufgabe in Gröbenzell gewissenhaft erfüllen. Der TSV führte beim Tabellenletzten der Bezirksoberliga klar mit 12:7. „Das war eine gmahde Wiesn“, sagte Klaus Schmid, der sich in der Erwartung eines geruhsamen Abends zurücklehnen konnte. Seine Akteure taten es dem Trainer nach und schalteten in den Lapaloma-Modus, was die Partie wieder spannend machte. Bis zur 57. Minute blieb die HSG bis auf einen Treffer am Aufstiegsaspiranten dran. Erst in den letzten drei Minuten sprang ein relativ deutlicher 26:23-Erfolg für die Falken heraus.

Der Erfolg konnte den Unmut des Übungsleiters nicht besänftigen, der seinem Team zuvor noch ein Grundsatzreferat über die einzige Stärke des Gegners gehalten hatte: Kampf. Den entdeckte der Abstiegskandidat in der zweiten Hälfte auf einmal für sich und holte Tor um Tor auf. Die Art und Weise, wie das geschah, verstörte Schmid dann doch sehr. Seine Torhüter Peter Vogel und Manuel Mende bekamen kaum einen Ball zu fassen. Wirklich zum Haareraufen war das Rückzugsverhalten der Gilchinger bei Ballverlust im Angriff. „Wenn meine Spieler vorne den Ball verlieren, führt das zu Beinlähmung“, schimpfte der Coach.

In dieser Phase vermisste Schmid einen Spieler, der die Ärmel hochkrempelte und die Mannschaft durch sein Vorbild mitreißt. Uros Bojanic konnte diese Führungsfigur nicht sein, da er die vergangene Woche erkrankt war. Maximilian Stöckl, der in der Abwehr tüchtig abräumte und sich zum ersten Mal nach seinem Kreuzbandriss auch wieder in die Offensive traute, kann dieser Spieler noch nicht sein. Sonst drängte sich niemand auf.

„Wir haben nicht dagegengehalten“, brachte der Coach das eigentliche Manko seines Ensembles klar zur Sprache. Gegen einen Rivalen, „der uns in allen Belangen unterlegen war“, so Schmid, stürzten sich die Gilchinger selbst von einer Verlegenheit in die nächste. „Der Gegner kämpft, wir kämpfen halt nicht“, kritisierte Schmid unverhohlen die Einstellung seiner Mannschaft. Das neue Jahr begann so, wie das alte aufgehört hatte. Auf dem Silbertablett wird wohl niemand dem TSV die Meisterschaft überreichen. Die muss er sich schon selbst holen. hch

Torschützen: Mende 8, Bojanic 7/1, Hintz 3, Biechteler 3, Skember 2, Dujmovic 1, Stöckl 1, Laumer 1